Auszüge aus der über 115-Jährigen Vereinsgeschichte

1897

Im Geburtsjahr von Ludwig Erhard, die Einwohnerzahl von Freiburg lag bei rd. 60.000, die rasche Zunahme der Stadtbevölkerung erfordert den Bau einer zweiten Wasserleitung zur Brunnenstube im Sternwald, erfolgte die Vereinsgründung zum Zwecke der Körperertüchtigung, Leibesübungen sowie als Erziehungs- und Gesinnungsgemeinschaft eingedenk Turnvater Jahn. Heribert Schitterer gründet mit vier Gleichgesinnten den Turnverein St. Georgen. Barren und Reck werden in Eigenbau hergestellt, Frei- und Stabübungen ergänzen das Turnprogramm. Der junge Verein gewinnt recht schnell neue begeisterte Mitglieder, und mit viel Mut veranstalten sie

1899

ein erstes Schauturnen mit anschließendem großem Gartenfest für das noch kleine aber eigenständige Dorf St.Georgen. Leider fehlen für einige Folgejahre Aufzeichnungen, aber es ist überliefert, daß Adolf Eckert

1912

den Vereinsvorsitz übernahm und Franz Mohr als Oberturnwart eine starke Turnabteilung mit etwa 30 Männern aufbaute. Damals war das Turnen noch eine reine Männersache. Turnstätten waren damals im Sommer der alte Schulhof und im Winter bei Petroleumlicht in der alten Scheune von Herrn Kleinhanssen., Vater des Ehrenmitgliedes Hermann Kleinhans. Während des 1. Weltkrieges hält Hermann Roth als 1. Vorsitzender mit wenigen verbliebenen Aktiven, aber vielen Jugendlichen den Turnbetrieb aufrecht. In der schlechten Zeit nach dem Kriege schließen sich

1919

der Turn- und der Athletenverein zu einer Notgemeinschaft unter Fritz Schlegel zusammen und ein Jahr später übernimmt Friedrich Güth die Vereinsführung. Mit steigenden Mitgliederzahlen gehen die beiden Vereine bald wieder eigene Wege und der TV wird geründet eine Damenriege sowie Handball- und Leichtathletik-Abteilungen.

1922

Immer mehr Turnvereine wurden gegründet und schafften so breite Basen sportlicher Betätigung.

1925

Einwohnerzahl St.Georgen 2.639 (heute über 12.000)

1926

wird die neu erbaute Turn- und Festhalle Heimstatt für den regen Übungsbetrieb. In den Folgejahren leiten K. Marzluf, Wilhelm Troll, Albert Brecht und Adolf Salb als jeweils 1. Vorsitzende die Geschicke des nun stetig wachsenden Turnvereins.

1930

Gründung der Buslinie St.Georgen – Freiburg.
Ein besonderer Höhepunkt der 30er Jahre ist das 40-jährige Jubiläum, das im Juni

1937

in großem Rahmen in Verbindung mit einem Kreistreffen der Turner und Leichtathleten gefeiert wird. Theodor Steiert mobilisiert über 500 Wettkämpfer. Er bleibt als 1. Vorsitzender bis zum Kriegsende als die Besatzungsmächte alle Vereine auflösen.

1938

Zwangsweise Eingemeindung von St.Georgen zu Freiburg.

1946

genehmigt der Kontrollrat die Bildung eines „Allsportvereins“, dem sich der ehem. Athletenverein, Fußballverein und Turnverein anschließen. Die Eigenständigkeit der Abteilungen bleibt unter August Bank jedoch erhalten. Erst vier Jahre später

1950

darf diese Sportgemeinschaft wieder aufgelöst werden. Gottfried Keller beruft eine Gründungsversammlung des alten TV ein, bei der Willi Beckmann zum 1. Vorsitzenden gewählt wird. Er bekleidet dieses Amt 12 Jahre lang. Auf Initiative von Theodor Steiert entsteht

1952

das erste Mitteilungsblatt des Turnvereins, das spätere „Turner Echo“, für das er über 15 Jahre lang verantwortlich zeichnet. Im gleichen Jahr wird das 50-jährige Vereinsjubiläum nachgeholt, das wegen des Verbotes der Besatzungsmächte 1947 nicht gefeiert werden durfte. „Unseren Toten zur Ehr“, diese Inschrift trägt das

1954

von Vereinsmitgliedern zum Gedenken an die verstorbenen Turnschwestern und -brüder errichtete Ehrenmal am Fuße des Schönbergs. Das für viele St.Georgener attraktive Angebot des TV spiegelt sich in dem auf inzwischen über 500 Mitglieder angewachsenem Verein wider.

1963

wird Heinrich Mutter zum Nachfolger Willi Beckmanns gewählt. Unter seiner Führung gelangt der TV zu neuer Blüte. Bald schon müssen wegen den inzwischen über 900 Mitgliedern neue Übungsleiter gewonnen wer-den. Diese und die bisherigen Turnwarte/Übungsleiter erhalten nun erstmals – ein Trend der Zeit – kleine Aufwandsentschädigungen aus der Vereinskasse.

1972

Der „Turnverein Freiburg St.Georgen von 1897 e.V.“ feiert im großen Rahmen sein 75-jähriges Bestehen. Regierungspräsident Dr. Person, Oberbürgermeister Dr. Keidel und Persönlichkeiten des Badischen und des Breisgauer Turnerbundes würdigen die Verdienste und Leistungen des aus kleinen Anfängen heraus gewachsenen Turnvereins. Eine Jubiläumsfestschrift wird vom TV herausgegeben.

1984

Nach 21-jähriger Amtszeit, der längsten in der Geschichte des Vereins, kann Heiner Mutter aus gesundheitlichen Gründen die vielfältigen Pflichten und Aufgaben eines Vorsitzenden nicht mehr weiter tragen. Oskar Moser, der Stellvertretende Vorsitzende, übernimmt für die nächsten zwei Jahre kommissarisch die Leitung des TV.

1986

In der Jahreshauptversammlung wird Dr. Hans-Jürgen Schroers zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt. Unter seinem Vorsitz und mit tatkräftiger Unterstützung von Oskar Moser und dem restlichen Vorstand und Turnrat wird die 1200-Jahr-Feier von St.Georgen mit vorbereitet. Ein Jahr später,

1987

wird unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Dr. Böhme der 90. Geburtstag des Turnvereins, der inzwischen weit über 1000 Mitglieder zählt, zu einem ganz besonderen Ereignis. Viele St.Georgener Vereine wirken bei der Festveranstaltung mit. Anlässlich des Jubiläums wird eine Festschrift herausgegeben.

1990

erstmalig wird eine Frau: Brigitte Lorenz, und zwar einstimmig zur Ersten Vorsitzenden des Turnvereins gewählt. Die Prellball-Abteilung ist Ausrichter der Bad. Meisterschaften und M50. Die MI werden Bad. Meister. Pia Schrörs wird Bad. Vizemeisterin und Kreiscrossläuferin, Bad. Schülermeisterin über 2.000 m und Gesamtsieger der Crosslaufserie. Kai Braun wird Kreiscrosslaufmeister und Gesamtsieger der Crosslaufserie. Erneut veranstaltet der TV einen „Tag der offenen Tür“. Die Handballer steigen in die Bezirksliga auf. Beim Dt. Turnfest in Bochum/Dortmund ist der TV mit 45 Teilnehmern dabei. Der TV veranstaltet mit der SG Halle-Neustadt (Damals noch „DDR“) ein gemeinsames Jugendturncamp.

1991

Die Prellball MI und MIV werden Bad. Meister. Gründung der Lauftreff-Gruppe für Erwachsene. Corina Hauger wird Bad. Mehrkampfmeisterin. Robert Rantzuch erhält die Verdienstmedaille des Verdienstordens der BRD. Die Volleyballer nehmen an der Freizeitrunde teil.

1992

Seit 40 Jahren erscheint das Turnerecho. M50 und MI werden Bad. Meister im Prellball. Die Männer 50 werden Süddt. Prellballmeister. Der TV richtet den 33. Gauturntag des Breisgauer Turntages aus. In Pforzheim findet das 41. Landesturnfest statt an dem der TV auch teilnimmt. Corina Hauger wird Bad. Mehrkampfvizemeisterin. Erstmals veranstaltet der TV wieder erfolgreich eine „Turnerfasnet“. Die Jugendabteilung wird gegründet. 1. Vorsitzender ist Tobias Salb. Die MI steigen in die 2. Bundesliga ab.

1993

Die Männer 50 und die weibl. Jugend werden Bad. Prellball-Meister. Corina Hauger wird Bad. Mehrkampfmeisterin und erhält dafür die Bronzene Sportmedaille der Stadt Freiburg.

1994

Oskar Moser erhält die Sport-Verdienstmedaille der Stadt Freiburg. Der TV richtet die Bad. Prellball-Meisterschaften aus. Durch die Einführung einer Hallenmiete der Stadt Freiburg wird eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge notwendig. Am 1. Mai richtet der TV den Landeswandertag des BTB mit über 600 Teilnehmern aus. Gründung der Abteilung Aerobic. Am Dt. Turnfest in Hamburg nimmt der TV mit 75 Mitgliedern teil. Gründung des Förderstützpunktes. Corina Hauger wird Bad. Meisterin und belegt den 3. Platz der Dt. Meisterschaften. Die B-Jugend der Handball-Mädchen wird Südbad. Meister

1995

Die DAK veranstaltet, in Zusammenarbeit mit dem TV, Gesundheitskurse. Das Vorschulturnen wird gemischt. Der TV veranstaltet im Freibad St. Georgen ein Spektakel um für den Erhalt dieses Bades zu kämpfen. Die Prellball-Mädchen werden Bad. Meister und belegen den 6. Platz in der Dt. Meisterschaft. Die MI steigen in die 1. Prellball-Bundesliga auf. Spielgemeinschaft der Handballabteilung mit dem ESV Freiburg.

1996

Die M 50 werden Bad. Prellball-Meister. Die Damen steigen in die 1. Bundesliga auf und die M1 in die 2. Bundesliga ab. Die Mitgliederzahlen der letzten Jahre bewegten sich konstant zwischen 1.100 und 1.200.
Das 100. Jubiläumsjahr des TV wird mit einem festlichen Silvesterball in der Festhalle St. Georgen eingeläutet.

1997

Auftakt des Jubiläumsjahres „100 Jahre Turnverein Freiburg-St. Georgen e.V.“ unter dem Motto 100 Jahre jung mit Schwung mit einem festlichen Silvesterball in der Festhalle St. Georgen. Höhepunkt war das Festwochenende vom 10. bis 12. Oktober 1997. Am 10.10. begann das Festwochenende mit einem Bankett, am 11.10. folgte eine Sport-Gala mit Tanz und am 12.10. endete das Festwochenende mit einem Festgottesdienst in der Kirche St. Georg und anschließendem Frühschoppen in der Festhalle. Anlässlich des Jubiläums erschien eine Festschrift.
Weitere Veranstaltungen: Der TV richtete die Deutschen Prellball- Jugend- Meisterschaften aus, veranstaltete ein Kinderfest im THG, einen Seniorennachmittag und eine Jugendfete. Dazu kam noch der Besuch des Landesturnfestes in Karlsruhe. Der Turnverein erhielt die Sportplakette des Bundespräsidenten, zahlreiche verdiente Mitglieder erhielten Ehrennadeln und Auszeichnungen.

1998

„Rien ne va plus“ trifft die Gemütslage: erst einmal durchschnaufen. Aber zu den üblichen Veranstaltungen (Turnerfasnet, Programmpunkte beim Gemeinschaftsabend, Jahreshauptversammlung, 1. Mai: Turnerhock am Ehrenmal, St. Georgener Weintage mit Handball-Weinfestturnier, Vereinsmeisterschaften und die Nikolausfeier) kamen dann doch die Ausrichtung der Badischen Prellball-Meisterschaften und der Besuch des Deutschen Turnfestes in München – und für die Orts-Chronik: die Wiedereröffnung des Freibades St. Georgen am 06./07.06.1998.
Der Zweite Vorsitzende, Oskar Moser, scheidet aus diesem Amt aus und wird ersetzt durch Eberhard Dirner. Oskar Moser bleibt aber dem Vorstand erhalten und wird Ehrenvorsitzender.
Der Dritte Vorsitzende, Klaus Kretzdorn scheidet aus seinem Amt aus. Neuer Dritter Vorsitzender wird Michael Eck.

1999

TV mit Motivwagen beim Fasnachtsumzug in St. Georgen und beim Rosenmontags-Umzug in der Stadt. Ausrichtung der Süddeutschen Prellball-Meisterschaften. Aktionstag Herz und Gesundheit im Bürgerhaus Seepark. Swim and Run des TV im Rahmen des St. Georgener Schwimmbadfestes. Teilnahme beim Sport-Night-Event der Stadt Freiburg mit dem Sportkreis Freiburg im Seepark.
Die Mitgliederzahlen gehen auf die 1.300 zu. Neue Sportangebote Freizeit-Volleyball-Gruppe für Frauen, Volleyball für Jugendliche, Wirbelsäulengymnastik, Herzsportgruppe (Koronargruppe), Walking, Kletter- und Bewegungsgruppe, ……..
Möglich wurde die Erweiterung der Angebotspalette auch dadurch, dass die Sporthalle der Karoline-Kaspar-Grundschule im Stadtteil Vauban neu gebaut wurde und der TV hier Stunden von der Stadt Freiburg erhalten hat – nicht zuletzt dank der Beharrlichkeit des Vorstandes. Außerdem neu: die Freisportanlage der Staudinger-Schule für die Abteilung Leichtathletik des TV (Umkleide-/ Geräteräume sowie sanitäre Anlagen kommen erst 2001 dazu).

2001

Das Attentat vom 11. September überschattete das Jahr. Die Einführung des Euro erforderte eine Beitragsänderung ab dem Jahr 2002, der die Mitgliederversammlung am 30. März zustimmte. Besuch des Landesturnfestes in Konstanz.

2002

Die Einführung des (T)Euro zeigt sich auch bei den neuen Beiträgen – aber auch die Übungsleiter-/innen-Vergütungen wurden angepasst. Das TurnerEcho erscheint im 50. Jahrgang und der TV ist beim Deutschen Turnfest in Leipzig präsent.
Die Handball-Abteilung des TV wird 75 Jahre und veranstaltet am 21. September einen Festabend in der Festhalle St. Georgen (leider ein Geheimtipp). Die Mitgliederzahlen steigen weiter auf rd. 1.400 an.
Hallenprobleme stehen im Herbst und Winter an: Die Festhalle erhält einen neuen Hallenboden. Dadurch muss auch die Nikolausfeier abgesagt werden. Die Abteilungen, die in der Festhalle trainieren sollen teilweise in der Schneeburg-Halle untergebracht werden – doch dann kommt es knüppeldick: das undichte Dach der Sporthalle der Schneeburg-Schule wird saniert und im November / Dezember kommt Das sportliche Angebot fast zum Erliegen. Entwarnung dann vor Weihnachten in der Festhalle: die Sanierung des Bodens ist abgeschlossen.

2003

Das Jahr fängt munter an: Der Vorstand erstellt ein Notprogramm für die Abteilungen, die eigentlich in der Sporthalle der Schneeburg-Schule trainieren, die aber aufgrund der Dachsanierung dort nicht ihren Übungsbetrieb abhalten können. Ab dem 10.02.2003 dann auch hier Entwarnung: die Dachsanierung ist abgeschlossen.
Neues Ungemach droht jetzt bei der Festhalle: Der Parkettboden ist zu weich und muss unter Umständen herausgerissen und erneuert werden. Eigentlich soll auch noch in diesem Jahr die Sanierung der Festhalle (Küche, Umkleiden, Toiletten, Geräteräume und Bühne) beginnen – die prekäre Haushaltslage der Stadt Freiburg macht es aber spannend……….. Zudem verfügt die Stadt Freiburg ein generelles Rauchverbot in der Festhalle. Die Gemüter in St. Georgen kochen hoch und teilen den Stadtteil in zwei Lager. Die Reblaus-Zunft sagt daraufhin den St. Georgener Fasnetsumzug ab. Unsere Erste Vorsitzende, Brigitte Lorenz, nimmt an einer Fernseh-Diskussion zu diesem Tema bei FR TV im Februar teil. Die Turnerfasnet findet aber trotz dem Rauchverbot statt.
Die Mitgliederzahlen steigen auf rd. 1.500 an. Der Internet-Auftritt des TV wurde komplett neu gestaltet und steht seit Anfang des Jahres im world wide web: www.tvstg.de